Berichte aus dem Jahr 2008

Bericht der Märkischen Allgemeinen vom 05.10.2008

BILDUNG: Ein Porsche für die Schüler

Projektgruppe der „Schule am Akazienhof“ restauriert einen alten Traktor

FALKENSEE - Knatternd fuhr das Objekt der Begierde am Donnerstag auf den Hof der „Schule am Akazienhof“ in Falkensee. Der Porsche-Traktor kam altersschwach daher, Jahrzehnte der Vernachlässigung hatten für einige Rostflecken gesorgt. Gerade die Schönheitsfehler des Gefährts ließen aber die Augen von sieben Schülern in nagelneuen Blaumännern leuchten. Der Grund: Sie werden die Maschine bald renovieren.

Zu diesem Zweck gründeten sie die „Projekt-Porsche-Junior-Falkensee GmbH“, unterstützt von ihrem Lehrer Guido Hildebrandt. Der hatte auch die Idee für das Projekt: „Seit fünf Monaten habe ich an der Vorbereitung gearbeitet“, sagte er bei der feierlichen Übergabe des roten Traktors. Die übrigen Klassen begleiteten das Fest mit Gedichten und Liedern.

Gemeinsam hatten der Lehrer und seine Schützlinge nach Sponsoren gesucht. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Örtliche Unternehmen unterstützen das Projekt mit Wissen, Werkzeug, Geräten und Geld. 1 500 Euro gab es vom Evangelischen Johannisstift, arbeiten werden die Schüler in der Werkshalle eines Falkenseer Autorestaurateurs. „Es ist nicht selbstverständlich, dass Außenstehende ein Projekt in diesem Maße unterstützen“, sagte der Bildungsdezernent des Landkreises, Roger Lewandowski. „Ich finde es klasse, wie ihr die Firma aufgegleißt habt.“ Unterstützung kam auch von der Servicestelle Schülerfirmen, die rund 90 Projekte in Brandenburg fördert.

Die Arbeit an dem Traktor soll die Pennäler auf fachlicher wie sozialer Ebene weiterbringen. „Praktische Projekte sind die Chance für unsere Schüler, sich für einen Ausbildungsplatz zu qualifizieren“, sagte Kerstin Friedrich, stellvertretende Rektorin. Doch die Leistung der Truppe bei der Porsche-Restaurierung wird auch Einfluss auf kommende Jahrgangsstufen haben. Der aufgemöbelte Traktor soll versteigert werden, der Erlös in die Anschaffung eines „neuen“ Scheunenfunds fließen. Das aktuelle Studienobjekt hatte noch der Förderverein erworben. (Von Tim Tolsdorff)


Bericht im Preussenspiegel vom 22.10.2008