Wie ein alter >Porsche< fit fürs Leben macht

Eines der Highlights auf der diesjährigen Landwirtschaftsschau BraLa in Paaren Glien: ein »Porsche Junior«-Traktor, Baujahr 1959.Knallrot, voll fahrtüchtig, wie aus dem Ei gepellt. Ein Liebhaberstück, an dem bestimmt auch Entwickler Ferdinand Porsche seine Freude hätte. Was man dem Oldtimer nichtansieht: In ihm stecken rund 2.000 Stunden harte Arbeit – geleistet von Schülerinnen und Schülern der Falkenseer Schule »Am Akazienhof«, einer Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt Lernen. Im Internet suchten sie nach Ersatzteilen für den »Scheunenfund«, erledigten die Buchhaltung ihrer »Schüler-Firma«, machten sich auf die Sponsorensuche und versuchten sich im Marketing. Letzteres sogar mit besonderem Erfolg: Bei einem Marketingwettbewerb von 11

Brandenburger Schülerfirmen belegte das Porsche-Junior-Team aus Falkensee einen zweiten Platz – als einzige Förderschule im Wettbewerb. Für den selbst kreierten Werbespot errangen sie sogar den Publikumspreis.

 

Ein wichtiger Wendepunkt auch im Lernen

 

Die sieben Schülerinnen und Schüler aus der 9. bzw. 10. Klasse waren mit einem Eifer dabei, der alle überraschte. Die »Schüler-GmbH« erwies sich als Wendepunkt auf dem Weg ins Leben. »Mit einem Mal hatten die Jugendlichen

Erfolg mit dem, was sie taten«, so der betreuende Lehrer Guido Hildebrandt. »Sie konnten ihre Stärken unter Beweis stellen, und wenn jemand sagte, das habt ihr wirklich toll gemacht, dann hätten sie mal sehen sollen, wie sie gleich ein paar Zentimeter größer wurden.« Nicht einer hat das Handtuch geworfen, weil er keinen Bock mehr hatte, bei den meisten haben sich sogar die Lernergebnisse spürbar verbessert. Eigentlich sollte der erste fertig restaurierte Traktor verkauft werden, um den nächsten »Scheunenfund« zu finanzieren. Aber längst hatten die jungen Restauratoren »ihren« knallroten Schlepper ins Herz geschlossen. Und da Sponsoren, wie die EMB, wiederum mitmachten und neue gefunden wurden, können die Jugendlichen die Rarität nun auf Messen und Dorffesten präsentieren. »Am liebsten würden immer alle mitfahren, so stolz sind sie auf das Ergebnis ihrer Arbeit«, erzählt Lehrer Hildebrandt.

 

Projekt mit Zukunft

 

Zurzeit basteln Gina, Melanie, Mike, Simon, Tobias, Dominic und Sven bereits am zweiten Porsche Junior. »Daran ist noch sehr viel zu tun, bis wir ihn in der Öffentlichkeit zeigen können«, erzählt Mike. Er will auf jeden Fall einen Metall-Beruf erlernen. Mit der Referenz, bereits einen 50 Jahre alten »Porsche« in 1a-Qualität restauriert zu haben, dürfte dieser Berufswunsch wohl kein Problem

sein.